Kunstprojekte im öffentlichen Raum

2023: LIFE SIDE GALLERY, Betonwand-Projekt der Innehalten Region Neumarkt auf dem Landesgartenschau-Gelände in Neumarkt

Angelehnt an die „East Side Gallery“ in Berlin entstand 2023 im Park der ehemaligen Landesgartenschau in Neumarkt aus einer ehemals grauen Betonwand die spektakuläre „Life Side Gallery“, ein sehenswertes Gesamtkunstwerk. Elf großformatige (2,50m x 4,80m) und farbkräftige Bilder zeigen die verschiedenen Abschnitte des menschlichen Lebens. 12 Neumarkter Künstler/innen des Kunstkreis Jura haben jeweils einen Lebensabschnitt in ihrer ganz individuellen künstlerischen Handschrift auf die „große Leinwand“ gebracht.

Mehr zu meinem Beitrag, dem „mittleren Erwachsenenalter“ (Foto mittig oben, Familie geht am Pink Sand Beach spazieren):

https://www.youtube.com/watch?v=nDjChI9Ig9Y

Isabell Heusinger Malerei LGS Neumarkt Betonwand Life Side Gallery

2024: KUNST-PASSAGE Neumarkt (9 Säulen – 9 Künstler, „Was meine Stadt schöner macht“)

Isabell Heusinger erinnert mit ihren schwimmenden Schweinen an den „Saalamack“, der vor langer Zeit am Unteren Markt stattfand. Anders als damals werden die Schweine aber nicht feilgeboten, sondern dürfen nun dauerhaft vergnügt im türkisblauen Wasser um eine der 9 Säulen schwimmen. Inspiriert wurde sie von den schwimmenden Schweinen auf Pig Island auf den Bahamas. Den im alltäglichen Sprachgebrauch häufig negativ konnotierten Begriff Schwein oder Sau will sie hier positiv verstanden wissen, im Sinne von „saucool“ oder „sauglücklich“.

GOLDBADEN

Einmal in purem Gold baden, das wäre doch was! Wie Dagobert Duck, die „reichste Ente der Welt“, in einem Haufen von Geld schwimmen. Wer so etwas erlebt, muss ein Glücksschwein sein!
Für Isabell Heusingers Schweine geht dieser Wunsch in Erfüllung. Die Malerin setzt die freudig dreinblickenden Tiere auf einer überdimensionalen Leinwand in paradiesischer Landschaft in Szene. Je nach Lichteinfall schimmert die Wasseroberfläche golden. Doch der (Gold-)Schein trügt: Bei genauerem Hinsehen fällt der Müll im Meer und auf dem Boden vor dem Gemälde auf und stört das scheinbar perfekte Bild. Der Kontrast zwischen angenommenem Paradies und Vermüllung ist ein zentrales Motiv.
Die Künstlerin schafft es, auf den ersten Blick Ungleiches miteinander zu verweben: Die Schweine der Bahamas, die nun in einem Schuppen in Schwabach schwimmen wie in einem Aquarium; Fundobjekte, die als Müll am Meeresboden liegen oder die Meeresgeräusche der Karibik, die sich mit dem Plätschern des Nadlersbachs verbinden.
Neben Glücksbegriffen wird das Schwein in unserer Gesellschaft mit vor allem schmutzigen Begriffen wie Saustall, Drecksschwein oder Sauerei verbunden. Doch in freier Natur sind es überaus reinliche Tiere. Vor der Tatsache der menschengemachten Vermüllung stellt sich die Frage: Wer ist hier die „Drecksau“? (Helena Kircheis)